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Mozart Quartette - Solinger Streichquartett

Solinger Streichquartett
auf Originalinstrumenten
Heiko Schmitz, Violine
Almuth Wiesemann, Violine
Gunhild Mentges, Viola
Peter Lamprecht, Violoncello




Aufgenommen in der St. Georg Kirche
Neu-Elfgen, Grevenbroich


Wolfgang Amdeus Mozart
Quartetto d-moll KV 421

[1] Allegro moderato (10:32)
[2] Andante (5:57)
[3] Menuetto, Allegretto (3:36)
[4] Allegro ma non troppo (8:54)

Quartetto C-dur KV 465

[5] Adagio - Allegro (13:43)
[6] Andante cantabile (6:27)
[7] Menuetto, Allegro (4:42)
[8] Allegro molto (10:58)

In den sechs Streichquartetten, die Joseph Haydn gewidmet sind, - das d-moll Quartett KV 421 ist das zweite, das C-dur Quartett KV 465 das sechste und letzte von ihnen - hat Mozart zu einer völlig neuen Quartettsprache gefunden.
Die Widmung an Haydn ist kein ufall: Die Begegnung mit seinen Streichquartetten war es, die Mozart zu diesen Stücken anspornte. Bei der Komposition gab er sich alle erdenkliche Mühe. Wir kennen keine anderen Partituren von ihm, an denen er während und nach der Niederschrift soviel verwarf, bearbeitete und verbesserte. In der Widmung an Haydn vermerkt er denn auch, diese Quartette seien »il frutto di una lunga e laboriosa fatica«. Haydn war eben der einzige Zeitgenosse, den Mozart als ebenbürtig gelten ließ, und auf dessen Anerkennung er nicht verzichten konnte. Auch konnte er es offenbar kaum erwarten, Haydn die Werke zu präsentieren: Bereits einen Tag, nachdem er das C-dur Quartett vollendet und in sein eigenhändiges Werkverzeichnis eingetragen hatte, führte er ihm die nunmehr komplette Reihe der sechs Quartette im Beisein einiger Freunde vor. Einen Monat später, am 12. Februar 1785 wurden drei der Werke - unter ihnen wieder das C-dur Quartett - in Mozerts Wohnung wiederholt. Außer Haydn war auch Vater Mozart zu gegen; es ist wahrscheinlich, daß er die erste Geige spielte. Haydn war von den Stücken tief beeindruckt. leopold zitiert ihn in seinem berühmten Brief an Nannerl mit den Worten:
»Ich sage Ihnen vor gott, als ein ehrlicher Mann, Ihr Sohn ist der größte Componist, den ich von Person und dem Nahmen nach kenne: er hat Geschmack, und über das die größte Compositionswissenschaft«.
Constanze berichtete, daß das d-moll Quartett KV 421 während ihrer ersten Niederkunft entstanden sei und die Schreie, die sie dabei ausstieß, in das Stück eingeflossen seien. Ersteres ist durchaus glaubhaft, denn Mozart ließ sich, wenn er am Komponieren war, auch durch den Lärm eines Billiardsaals nicht stören. Das zweite mag man glauben oder nicht. Das Verständnis des Stückes jedenfalls läßt sich durch die Suche nach zu dieser Szene passenden Stellen nicht vertiefen.
Mozart liebte schon als kleines Kind die Durterz vor allen anderen Intervallen und bevorzugte Durtonarten zeit seines Lebens. Von seinen sechsundzwanzig Streichquartetten stehen nur zwei in Moll. In beiden Fällen wählte er das streicherfreundliche d-moll, das den ausgiebigen Gebrauch der leeren Saiten erlaubte. Er war in diesen Dingen Traditionalist. Instrumentale Experimentierlust, wie wir sie aus Haydns Quartetten kennen, war ihm völlig fremd.
Das C-dur Quartett KV 465 hat in späterer Zeit den unglücklichen Namen »Dissonanzen-Quartett« erhalten, der nun an ihm haftet. Er zielt auf einen Querstand und einen doppelten Vorhalt gleich zu beginn der langsamen Einleitung, beides Bagatellen im Vergleich zu den Kühnheiten, mit denen Haydn seine Streichquartette zu würzen liebte. Mozart suchte dagegen Wohlklang und führte die Stimmen abolut sauber. Hierfür könnte dieses Quartett weit eher zum Muster dienen als für gewagte Dissonanzen.
Die Streichquartette des ausghenden 18. Jahrhunderts sind nicht für den Konzertsaal geschrieben. Sie dienten der Erbauung derer, die sie spielten, und der wenigen Zuhörer, die in einem Musikzimmer Platz fanden. Wir können kaum hoffen, daß das Quartettspiel je wieder zur bevorzugten Freizeitbeschäftigung des Musikfreunds werden wird, wie das zu Mozarts Zeit der Fall war. In den Wohnzimmern unserer Tage findet man an Stelle von Instrumenten und Notenschrank eine Steroanlage. die ermögliht uns immerhin, mozarts Quartette wieder in dem intimen Rahmen zu genießen, der ihnen vom Komponisten zugedacht war.
Peter Lamprecht

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